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Wie es ein aktueller Fall von Webcam Hacking sogar in die US Klatschpresse geschafft hat

Wie es ein aktueller Fall von Webcam Hacking sogar in die US Klatschpresse geschafft hat

Webcam Hacking ist eine ernste Gefahr. Wie es ein aktueller Fall sogar in die US Klatschpresse geschafft hat, lest Ihr hier:

Die junge Frau war schockiert als sie zwei Nacktbilder von sich per Email erhielt. Die Fotos wurden innerhalb einiger Monate, ohne ihre Wissen, mit Ihrer Laptop Webcam aufgenommen.

Zum Glück hat das FBI den Verantwortlichen schnell identifiziert: ihren High School Klassenkameraden J. Abrahams. Wie das FBI ermittelte, hatte Abraham spezielle Späh-Software auf seinen Rechner installiert, womit er sie, sowie weitere Frauen beobachten konnte.

Abraham gestand die Tat im Oktober und wurde verurteilt. Bei der jungen Frau handelte es sich um die Miss Teen USA Cassidy Wolf. Der beschriebene Fall wurde in den USA in sämtlichen Klatschblättern hoch und runter diskutiert, ohne jedoch auf das eigentliche Problem einzugehen.

Die meisten Laptop-Kameras verfügen über eine wichtige Funktion um die Privatsphäre zu schützen - ein Licht das signalisieren soll, wenn die Kamera in Betrieb ist. Aber Cassidy Wolf beteuerte das Licht niemals in Betrieb gesehen zu haben. Dadurch wusste Sie zu keinem Zeitpunkt das Sie beobachtet wird.

Das dies durchaus möglich ist, bestätigt der ehemalige Assistant Director des FBI´s Marcus Thomas in einer aktuellen Story der Washington Post. Das FBI sei bereits seit einigen Jahren in der Lage, gezielt auf Webcams zuzugreifen ohne dass Sicherheitslicht zu aktivieren.

Die Johns Hopkins Universität hat herausgefunden, dass der Zugriff auf Webcams jedes Herstellers möglich ist. Egal ob dies durch staatlich beauftragte Geheimdienste oder eben durch einen arglistigen 19 Jahre jungen Mann passiert.

 

Ein Laptop, viele Chips

Die eingebauten Kameras in Apple Geräten sind eigentlich speziell designed, um diesen unbemerkten Zugriff von aussen zu vermeiden. Apple hat keine Mühen gescheut um sicher zugehen, dass die Lampe der Webcam in jedem Fall leuchtet, sobald diese aktiv ist.

Stephen Checkoway von der Johns Hopkins Uni gelang es jedoch mit einigen Kollegen, diese Barriere zu umgehen. “Der Grund hierfür ist, dass ein moderner Laptop eigentlich aus mehreren verschiedenen Computern besteht” sagt Charlie Miller, ein Sicherheitsexperte von Twitter. “Da ist ein Chip in der Batterie, ein Chip in der Tastatur, ein Chip in der Kamera.”

MacBooks sind darauf ausgelegt, dass Programme, die auf die Webcam zugreifen über den zentralen Prozessor (CPU) laufen müssen, somit wird sicher gestellt, dass hierbei immer die Kontrollleuchte an ist.

Experten fanden jedoch heraus, wie der Chip der Kamera so umprogrammiert werden kann, dass dieser Mechanismus nicht funktioniert.

In dem Dokument “iSeeYou: Disabling the MacBook Webcam Indicator LED,” erklären die Fachmänner wie die iSight Webcam von Apple manipuliert werden kann um somit die Kontrollleuchte zu deaktivieren.

Die Ergebnisse dieses Berichts sollen für zukünftige Sicherheitskonferenzen in Unis eingesetzt werden. Apple war übrigens für eine Stellungnahme zu den Ergebnissen des Berichtes nicht zu erreichen.

 

Software RAT

Die Software, die durch J. Abraham genutzt wurde um auf C. Wolfs Kamera zuzugreifen ist bekannt als “Remote Administration Tool” kurz RAT genannt. Diese Software, die es jedem ermöglicht Kontrolle über einen Computer am anderen Ende des Internets zu übernehmen, hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Zum Beispiel ermöglicht es Lehrern Zugriff auf sämtliche Schulcomputer zu haben.

Ein weiterer spektakulärer Fall von RAT Missbrauch fand durch die chinesische Regierung statt. Ein Bericht der Universität von Toronto beschreibt ein Überwachungsprogramm mit dem Namen Ghostnet, welches die chinesische Regierung nutzte, um prominente Tibeter auszuspähen. Unter anderem den Dalai Lama. Die Verfasser beschreiben darin auch, wie diese WebCams unbemerkt aktiviert wurden.

Zum Glück gibt es einen einfachen Weg sich vor den Missbrauch der eigenen Web Kamera zu schützen. “Der sicherste Weg ist es, die Webcam mit einem Stück Klebeband abzudecken” sagt Miller von der John Hopkins Universität.

Kann man machen - muss man aber nicht mehr. Inzwischen gibt es eine sehr viel stilvollere Möglichikeit - die Privoo Webcam Abdeckung